Aktuelle Herausforderungen
Moderne Lieferketten sind häufig global aufgestellt und hoch komplex. Ebenso vielfältig sind die Herausforderungen, vor denen Unternehmen stehen, um sie nachhaltig zu gestalten.
- Umweltfreundliche Produktion
Mangelndes Wissen über nachhaltige Anbaumethoden, der Einsatz veralteter Technologien in Produktionsprozessen oder eine unzureichende Sensibilisierung für den schonenden Umgang mit natürlichen Ressourcen stellen erhebliche Hürden für die ökologische Nachhaltigkeit in lokalen Zulieferbetrieben dar. Über develoPPP geförderte Vorhaben setzen hier beispielsweise durch Schulungen zur nachhaltigen Nutzung von Anbauflächen, den Einsatz emissionsarmer Technologien in Produktionsbetrieben oder die Heranführung von Betrieben an internationale Umweltstandards an. - Sozialstandards und Arbeitsbedingungen
Faire Löhne, ein sicheres Arbeitsumfeld, tragfähige Absicherungen gegen gesundheitliche und soziale Risiken, die Gleichberechtigung von Frauen und Minderheiten: All dies sind wichtige Bausteine sozial nachhaltigen Wirtschaftens. Förderfähige develoPPP-Projekte adressieren diese Aspekte beispielsweise durch die Sensibilisierung von Führungspersonal, den Aufbau von Managementsystemen oder die Weiterbildung von Arbeiterinnen und Arbeitern. Auch Zertifizierungen nach internationalen Standards können helfen, die Einkommen von Mitarbeitenden zu verbessern, indem sie lokale Betriebe international wettbewerbsfähiger machen. - Transparenz und Zertifizierung
Je mehr Vorprodukte bezogen werden und je mehr Akteure an der lokalen Wertschöpfungskette beteiligt sind, desto schwieriger ist es, den Herstellungsprozess eines Produktes lückenlos nachzuvollziehen. Gleichzeitig wächst die Anforderung an Unternehmen, die Einhaltung von Umwelt- und Sozialstandards in jedem Schritt entlang der Lieferkette nachweisen zu können. Die Vorbereitung von Zertifizierungen oder die Einführung innovativer Lösungen zur Erhöhung der Nachverfolgbarkeit sind einige Ansätze, die im Rahmen von develoPPP-Projekten verfolgt werden.
So nutzen Unternehmen develoPPP im Bereich nachhaltige Lieferketten

CÔTE D'IVOIRE: Deutsches Handelshaus und DEG Impulse sorgen für transparente und nachhaltige Kakaolieferkette
Die Albrecht & Dill GmbH, Deutschlands führendes Handelshaus für Kakao, entwickelt im Rahmen eines develoPPP-Projekts mit der DEG Impulse eine klimafreundliche und inklusive Wertschöpfungskette. Um beispielsweise das Managment natürlicher Ressourcen zu verbessern, wurden gemeinsam mit der lokalen Partnerfirma S3C über 2.500 Kleinbäuer*innen in drei Regionen zu klimaintelligenten Anbaumethoden geschult. Insbesondere Frauen und junge Menschen erhielten zudem Trainings zu nachhaltigen Finanzpraktiken. Digitale Rückverfolgbarkeitstools sorgen mit der Unterstützung von Solidaridad als Umsetzungspartner für Transparenz entlang der Lieferkette. Die Projektpartner verbessern auf diese Weise Einkommen, schaffen Jobs und machen die Kakaolieferkette insgesamt zukunftsfähig.
KENIA: Deutscher Zierpflanzenproduzent und DEG Impulse stärken verantwortungsvolle Gewächshausproduktion
Die deutsche Selecta one Gruppe stärkt gemeinsam mit der DEG Impulse ihre Lieferkette in Kenia. Im Rahmen eines develoPPP Projekts setzt das Tochterunternehmen Selecta Kenya Qualifikationsprogramme für die nachhaltige Gewächshausproduktion um mit dem Ziel, hohe Produktqualität und Nachhaltigkeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu gewährleisten. Durch die Ansiedlung neuer Produktions- und Trainingsstätten im kenianischen Hochland, die Einführung praxisnaher Studienmodule sowie die gezielte Ausbildung von Trainer*innen entstehen über 1000 qualifizierte Arbeitsplätze mit fairen Bedingungen. Zudem erhalten Mitarbeitende und ihre Familien Zugang zu kostenfreier medizinischer Versorgung.

KENIA: Deutsch-kenianisches Start-up und DEG Impulse skalieren digitale Lösung für transparente landwirtschaftliche Lieferketten
Das deutsch-kenianische Unternehmen eProd hat mit Unterstützung der DEG Impulse via develoPPP Ventures eine Plattform entwickelt, die Agrarunternehmen hilft, Lieferketten effizient und transparent zu steuern. Die ERP-Software organisiert Registrierung und Bezahlung von Kleinbäuer*innen, integriert Finanzdienstleister und ermöglicht Rückverfolgbarkeit vom Saatgut bis zum Endprodukt – ein entscheidendes Kriterium für internationale Märkte. Digitale IDs sichern Transaktionen und erleichtern Kreditzugang. Zudem bietet eProd (e-)Extension Services, Trainings, Monitoring für Zertifizierungen und ein Kommunikationsmodul für kostengünstige, zielgerichtete Interaktion. So stärkt eProd Transparenz, Vertrauen, Einkommen und Marktintegration.

INDIEN: Erste textile Lieferkette nach dem Fairtrade Textilstandard zertifiziert
In einem gemeinsamen Pilotprojekt haben der deutsche Bekleidungshersteller Brands Fashion GmbH und die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH erstmals eine komplette textile Lieferkette, von der Faserherstellung über die Färberei und Spinnerei bis hin zur Konfektionierung, nach dem Fairtrade Textilstandard zertifiziert. Die Zertifizierung berücksichtigt neben ökologischen Aspekten auch die Sicherheit am Arbeitsplatz, die Mitbestimmung von Mitarbeitenden sowie die Einführung existenzsichernder Löhne. Die ersten Produkte, die mit dem Fairtrade Textilstandard für die gesamte Lieferkette gelabelt wurden, sind seit Oktober 2021 auf dem Markt.

INDONESIEN: Kautschuklieferkette wird digital rückverfolgbar
In der Vergangenheit war es unter anderem aufgrund vieler Zwischenhändler schwierig, die Naturkautschuk-Lieferkette in Indonesien vollständig zurückzuverfolgen. Im Rahmen eines gemeinsamen Projektes etablierten der Mobilitätszulieferer Continental AG und die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH ein digitales Rückverfolgungssystem, das den Warenfluss entlang der gesamten Lieferkette aufzeigt. Durch die Einbindung lokaler Verarbeitungsbetriebe und kleinbäuerlicher Direktvermarktung wurden außerdem Strukturen geschaffen, die für zusätzliche Transparenz sorgen. Gleichzeitig profitieren die beteiligten Kleinbauern von verbesserter Produktivität und höherem Einkommen.

MADAGASKAR: Nachhaltige Vanille und bessere Erwerbsmöglichkeiten
Bereits seit 2014 engagieren sich der Duft- und Geschmacksstoffproduzent Symrise AG und der Konsumgüterhersteller Unilever PLC gemeinsam mit der NGO Save the Children (STC) in mehreren Projekten mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH für die Verbesserung der Anbau- und Arbeitsbedingungen entlang ihrer Vanillelieferketten. Kleinbauern und -bäuerinnen werden beispielsweise in nachhaltigen Anbaumethoden geschult, um Ertrag und Qualität der Vanille zu erhöhen und ihre Einnahmequellen zu diversifizieren. 5.000 Familien profitieren zudem von einer über das Projekt unterstützten Krankenversicherung. Zusätzlich werden Aufklärungskampagnen zu Gesundheit, Hygiene, Ernährung und Kindeswohl durchgeführt.
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