Die Ausgangssituation
In vielen afrikanischen Ländern ist der Weg zur Gesundheitsversorgung weit: Nach Angaben der Weltbank gab es in Kamerun und Ghana im Jahr 2022 eine Ärztin oder einen Arzt pro 10.000 Einwohner*innen. In Kenia und Côte d‘Ivoire waren es zwei und in Nigeria vier Ärzt*innen. Hinzu kommt, dass das Geld oft knapp ist und nur wenige Menschen eine Krankenversicherung haben.
Rechtzeitige Vorsorge und Arzneimittel könnten jedoch Leben retten und schwere Erkrankungen verhindern. Hier kann die Telemedizin Abhilfe schaffen.
Zwar gibt es bereits solche Dienstleistungen, doch hier gibt es Herausforderungen: Menschen in ländlichen Gebieten etwa, die keinen Internetzugang, kein Smartphone oder keine ausreichenden finanziellen Ressourcen haben, sind schwer zu erreichen.
Das kenianische Unternehmen Zuri Health erzielt hier deutliche Fortschritte: Mit Unterstützung von der DEG Impulse hat sich das Unternehmen zum Ziel gesetzt, seine medizinischen Leistungen so weiterzuentwickeln, dass so viele benachteiligte Menschen wie möglich diese in Anspruch nehmen können. Zuri Health baut dieses Geschäftsmodell derzeit auf dem gesamten Kontinent aus.


Die Innovation
Zuri Health verbessert den Zugang zu Gesundheitsversorgung in afrikanischen Ländern und erschließt als Unternehmen neue Märkte auf dem Kontinent. Mit finanzieller Unterstützung von der DEG Impulse hat Zuri Health sein Dienstleistungsportfolio erweitert.
Seit 2021 bietet das Unternehmen Telemedizin-Lösungen an. Die Besonderheit dabei ist, dass Patient*innen über eine App oder einen Browser Kontakt zu Ärzt*innen aufnehmen oder mit einem Chatbot sprechen können. Dies ist sogar per SMS – ganz ohne Internetverbindung mithilfe von USSD-Technologie – möglich. So können Nutzer*innen über das Mobilfunknetz Termine vereinbaren oder medizinische Beratung erhalten. Der Service bietet einen sicheren Raum für sensible Themen wie psychische Gesundheit und Familienplanung.
Neben digitalen Sprechstunden betreibt Zuri Health auch mobile Gesundheitscamps und mobile Kliniken, um Vorsorgeuntersuchungen, Diagnostik, Sprechstunden und Gesundheitsdienste unmittelbar in unterversorgte Gemeinden zu bringen. Dies gewährleistet, dass die Gesundheitsversorgung sowohl online als auch vor Ort zugänglich bleibt.
Mit einer Anschubfinanzierung in Höhe von 100.000 Euro von der DEG Impulse hat das Unternehmen von 2022 bis 2024 seine Dienstleistungen in Kenia, Sambia, Nigeria, Ghana und Tansania verbessert. Zur Erweiterung der technischen Produkte um neue Funktionen stellte Zuri Health zusätzliches Personal ein, unter anderem in den Bereichen Softwareentwicklung und UI/UX-Design.
Zuri Health schafft es, die Kosten für die Patient*innen niedrig zu halten und damit so viele unterversorgte Menschen wie möglich zu erreichen. Dafür setzt das Unternehmen auf Partnerschaften mit etablierten Telekommunikationsanbietern wie Telkom und Safaricom in Kenia sowie Expresso im Senegal.
Zuri Health erhielt von der DEG Impulse zudem eine Anschlussfinanzierung in Höhe von 200.000 Euro. Es nutzte die Mittel, um seine Dienstleistungen von 2023 bis 2024 auf weitere Länder auszuweiten. Zuri Health ging verschiedene Partnerschaften mit Telekommunikationsanbietern, Pharmaunternehmen und Krankenkassen ein, unter anderem mit dem deutschen Pharmakonzern Bayer und dem deutschen Pharmaspezialisten Boehringer-Ingelheim.

Ergebnisse
Zuri Health hat sich in mehreren afrikanischen Ländern als führender Anbieter digitaler und gemeindebasierter Gesundheitsleistungen etabliert. Das Unternehmen arbeitet zudem erfolgreich mit führenden Partnerunternehmen aus den Bereichen Medizin, Pharmazie und Telekommunikation zusammen und bietet eine breite Palette an Services an.
Mit diesen Dienstleistungen verbessert Zuri Health den Zugang der Patient*innen zu medizinischer Versorgung, wächst dabei gleichzeitig als Unternehmen und schafft Arbeitsplätze in mehreren afrikanischen Ländern.
Im Zeitraum der Kofinanzierung von 2022 bis 2024 hat das Unternehmen folgendes erreicht:
- Drei Millionen Patient*innen, von denen 63 Prozent Frauen und 65 Prozent junge Menschen waren, erhielten medizinische Beratung per SMS über sechs verschiedene Kommunikationsanbieter in sieben afrikanischen Ländern.
- 2.733 Arbeitnehmer*innen von Zuri Health und Partnerunternehmen sind nun im Rahmen des Programms „Care Now Pay Later“ (CNPL) versichert.
- In mobilen Gesundheitscamps, in denen Patient*innen vor Ort leicht zugängliche Vorsorgeuntersuchungen und Beratung erhalten, haben bereits 53.869 Menschen in 19 Bezirken Kenias von kostenlosen medizinischen Leistungen profitiert.
- Das Einkommen von 1.008 teilnehmenden Ärzt*innen und 580 Mitarbeiter*innen der Gesundheitscamps ist gestiegen.
Weitere Eindrücke







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develoPPP Ventures richtet sich an junge Unternehmen mit innovativem Geschäftsmodell, die in einem globalen Zukunftsmarkt aktiv sind und den nächsten Schritt gehen wollen. Im Rahmen eines Matching-Funds Modells ist eine öffentliche Wachstumsinvestition von 100.000 Euro möglich.
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