Hebamme durchtrennt Nabelschnur von Patientensimulator (Nepal)

Nepal Laerdal stärkt die Versorgung von Müttern und Neugeborenen durch simulationsgestützte Ausbildung

Süd- & Zentralasien
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Gesundheitsversorgung Aus- & Weiterbildung

Die nepalesische Regierung hat es sich zum Ziel gesetzt, die Mütter- und Säuglingssterblichkeit deutlich zu senken. Unter anderem sollen Patientensimulatoren in die Ausbildung von Hebammen, Pflegekräften und Ärzt*innen integriert werden, um Behandlungsfehlern vorzubeugen und die Gesundheit von Müttern und Neugeborenen zu schützen. Für die Hersteller von Lösungen zur Unterstützung der simulationsgestützten Ausbildung eröffnen sich hier neue Marktchancen und – durch die angepasste Ausbildung – Zugang zu dringend benötigtem und qualifiziertem Fachpersonal. Vor diesem Hintergrund kooperierten die indische Niederlassung des norwegischen Anbieters von Simulationslösungen, Laerdal, mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH im Rahmen des develoPPP-Programms des Bundesentwicklungsministeriums (BMZ).

Simulationsbasiertes Lernen, wie es in Industrieländern in der beruflichen Ausbildung angewendet wird, ermöglicht es medizinischen Fachkräften, sich Behandlungsmethoden anzueignen, ohne das Wohlergehen der Patient*innen zu gefährden. Während Patientensimulatoren in den meisten Ländern bereits zum Einsatz kommen, sind sie in Nepal noch relativ neu, so dass vor allem traditionelle Lehrmethoden angewendet werden. Hebammen, Pflegekräfte und Ärzt*innen sowie andere medizinische Fachkräfte lernen die erforderlichen Behandlungsmethoden in ihrer Ausbildung direkt an Patient*innen, was die Sicherheit dieser gefährdet und zu mehr Behandlungsfehlern führen kann. Durch die Bereitstellung von Patientensimulatoren und die Integration von simulationsbasiertem Lernen in die Ausbildung kann die Qualität der Versorgung von Müttern und Neugeborenen deutlich verbessert werden. Unternehmen wie Laerdal können hier mit ihren Produkten und Dienstleistungen einen Beitrag leisten und Zugang zu neuen Märkten und ausgebildeten Fachkräften erhalten, um die Qualität der Pflege zu verbessern. Die Rahmenbedingungen sind günstig: Die nepalesische Regierung hatte die Senkung der Mütter- und Neugeborenensterblichkeit im Jahr 2014 zur gesundheitspolitischen Priorität erklärt.

Ziel des Projekts war es, simulationsgestützte Lernmethoden in die Ausbildung von Hebammen und medizinischem Fachpersonal zu integrieren, um die Versorgung von Müttern und Neugeborenen in Nepal zu verbessern. Mit einem Projektvolumen von rund 400.000 Euro setzten die Projektpartner zwischen 2018 und 2021 folgende Maßnahmen um:

  • Schulung von Hochschullehrer*innen und Ausbilder*innen von Geburtshelfer*innen in Krankenhäusern in der Anwendung simulationsgestützter Lehrmethoden bei der gleichzeitigen Umsetzung des Hebammenlehrplans.
  • Stärkung der Vermittlung psychomotorischer und kognitiver Fähigkeiten in Bachelor-Studiengängen für Hebammen durch speziell ausgestattete Simulationslabore  an zwei Universitäten
  • Einführung von Trainingseinrichtungen und Lehrmodulen in die Ausbildung von Hebammen, Pflegekräften und Ärzt*innen an sieben Ausbildungsstätten für qualifizierte Hebammen, bei denen es sich um Krankenhäuser der tertiären Versorgung in jeder der sieben Provinzen Nepals handelt.
  • Ausweitung des Schulungsangebots auf mindestens zwei weitere Universitäten oder angeschlossene Bildungseinrichtungen
  • Entwicklung von nationalen Richtlinien für den Aufbau von Simulationslaboren sowie Fortbildungskursen für Lehrkräfte im Bereich simulationsgestützter Ausbildung; Integration in die Lehrpläne für Hebammen und Entwicklung von Lehrmitteln.

Laerdal Medical und die GIZ unterstützten die Universität Kathmandu (KUSMS), die National Academy of Medical Sciences (NAMS), das Ministry of Health and Population (MoHP), den Nepal Nursing Council (NNC), das National Health Training Center (NHTC) und sieben Ausbildungsstätten für qualifizierte Geburtshelfer*innen dabei, die Lehrmethoden zum simulationsbasierten Lernen in die berufsvorbereitende und berufsbegleitende Ausbildung für Hebammen zu entwickeln und zu integrieren.

Die simulationsgestützte Ausbildung trägt dazu bei, kompetente und selbstbewusste Gesundheitsdienstleister auszubilden, die wiederum sicherstellen, dass Mütter und Neugeborene eine qualitativ hochwertige Pflege erhalten.
Dr. Rashmi Aradhya, Director Impact & Healthcare Simulation bei Laerdal Medical
Simulierte Fütterung eines Babys (Nepal)
Hebammenausbilder*innen, die in einem 5-tägigen Ausbildungsprogramm an der Kathmandu University School of Medical Sciences in simulationsbasierter Ausbildung geschult werden. Foto: © Laerdal
Offizielle bei der Eröffnung des Hebammen Simulations Labs in Kathmandu
Der stellvertretende Premierminister und Gesundheitsminister Upendra Yadav weihte das Hebammen-Simulationslabor an der School of Medical Sciences der Universität Kathmandu ein. Foto: © Laerdal

Durch den Einsatz von Patientensimulatoren und simulationsbasierten Lehrmethoden konnten die Ausbildung von Hebammen und die Qualität der Versorgung von Müttern und ihren Neugeborenen deutlich verbessert werden. Simulationsbasiertes Lernen ist inzwischen ein anerkannter Standard in der Ausbildung an mehreren Universitäten in Nepal.

  • Simulationsbasiertes Lernen ist ein integraler Bestandteil an der NAMS, der KUSMS, vieler Ausbildungsstätten für qualifizierte Hebammen und zahlreicher anderer Bildungseinrichtungen in Nepal
  • Über 85 Prozent der angehenden Hebammen lernen an Patientensimulatoren
  • Vier weitere Universitäten und Bildungseinrichtungen haben das Schulungsangebot für simulationsbasierte Ausbildung angefragt

ENTWICKLUNGSERFOLGE

Herz mit Herzschlag

Senkung der Mütter- und Säuglingssterblichkeit

Person mit Stethoskop

Verbesserte Versorgung von Müttern und Neugeborenen

Absolventenhut

Höhere Qualität der Ausbildung in der Geburts- und Nachgeburtshilfe

UNTERNEHMERISCHE ERFOLGE

Kreise mit Strichen

Ausdehnung der Vertriebsaktivitäten in Südasien

Erdkugel mit Stecknadel

Erschließung neuer Märkte für Medizinprodukte und Dienstleistungen

Urkunde

Qualifizierung von Fachkräften im Umgang mit Patientensimulation

Frau arbeitet an einem Webstuhl

develoPPP Classic

develoPPP Classic richtet sich an mittelständische und große Unternehmen, die nachhaltig in einem Entwicklungs- oder Schwellenland investieren und ihre operative Tätigkeit vor Ort ausbauen wollen. Geeignete Projekte werden fachlich und finanziell mit bis zu zwei Millionen Euro öffentlicher Förderung unterstützt.

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Laerdal Medical India Private Limited

Laerdal Medical India Pvt. Ltd. ist eine Tochtergesellschaft von Laerdal Medical AS, Norwegen, mit rund 1400 Mitarbeitern weltweit. In ressourcenschwachen Ländern engagiert sich Laerdal Global Health, das Schwesterunternehmen von Laerdal Medical, für die Verbesserung der Qualität der Versorgung von Müttern und Neugeborenen, indem es Produkte und Schulungskonzepte rund um den Entbindungstag anbietet. Laerdal Medical India vertritt Laerdal Medical AS und Laerdal Global Health AS in Südasien.

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Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH

Als deutsches Bundesunternehmen ist die GIZ seit mehr als 50 Jahren in der internationalen Zusammenarbeit für nachhaltige Entwicklung und Bildungsarbeit aktiv. Sie begleitet die Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung und entwickelt mit Unternehmen Strategien für nachhaltiges Wirtschaften.

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Dr. Rashmi Aradhya Director Impact & Healthcare Simulation Laerdal Medical India Pvt. Ltd
Daniel May
Daniel May Projektmanager develoPPP Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH