Kontext und Herausforderungen
Orange ist ein führendes Telekommunikationsunternehmen und einer der wichtigsten Netzbetreiber in Afrika und im Nahen Osten. Über seine Tochtergesellschaft Orange Middle East and Africa (OMEA) will Orange seine Präsenz in der digitalen Wirtschaft in der gesamten Region weiter ausbauen und seine innovativen Lösungen für alle zugänglich machen.
Gleichzeitig bleibt die Jugendarbeitslosigkeit in diesen Regionen eine große Herausforderung: Nach Angaben der Internationalen Arbeitsorganisation lag sie in Subsahara-Afrika im Jahr 2023 bei fast 22 Prozent und im Nahen Osten sowie in Nordafrika im Jahr 2023 bei über 24 Prozent, was deutlich über dem globalen Durchschnitt liegt.
Doch nicht nur junge Menschen ohne Qualifikationen haben Schwierigkeiten, eine Beschäftigung zu finden. Auch viele Hochschulabsolvent*innen und ausgebildete Fachkräfte stehen vor Herausforderungen, da ihre Kompetenzen nicht immer den Anforderungen der Arbeitgeber entsprechen.
Es herrscht ein besonderer Mangel an digitalem Fachwissen, das auf die Erfordernisse des Arbeitsmarktes in Bereichen wie Softwareentwicklung und neuen Technologien ausgelegt ist. Die Bildungsmöglichkeiten hierzu sind nach wie vor begrenzt, was die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen beeinträchtigt und die Wirtschaft daran hindert, das Potenzial ihrer jüngeren Generationen auszuschöpfen.
Projektansatz
Im Zeitraum von 2020 bis 2023 führten Orange und die GIZ in 14 Ländern Afrikas und des Nahen Ostens mit einem Budget von rund 45 Millionen Euro folgende Maßnahmen durch, um Beschäftigung zu fördern, die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und die Jugendarbeitslosigkeit zu senken:
- Aufbau von Orange Digital Centers (ODC), die Teilnehmenden mit unterschiedlichen Vorkenntnissen kostenlosen Zugang zu Schulungen in digitalen Technologien, Soft Skills und beruflicher Weiterentwicklung bieten, unter anderem durch:
- Coding Schools: Praxis- und projektorientierte Lernprogramme zu Softwareentwicklung sowie Web- und Mobile-Programmierung.
- FabLab Solidaire: Kreative Werkstätten, in denen Teilnehmende mithilfe von Technologien wie 3D-Druckern, CNC-Maschinen und Laserschneidern eigene Lösungen entwerfen und Prototypen entwickeln.
- Orange Fab: Ein Start-up-Accelerator, der Tech-Unternehmerinnen und -unternehmer durch Mentoring, Marktzugang und Unterstützung bei der Geschäftsentwicklung auf nationaler und internationaler Ebene fördert.
- Einrichtung von Orange Digital Centers in abgelegenen Regionen, an Partneruniversitäten und in Jugendzentren. Diese ODC bieten Schulungen und Veranstaltungen an, bei denen die Teilnehmenden in digitale Technologien, Projekte zur Softwareentwicklung und Soft Skills eingeführt werden.
- Organisation von Jobmessen und weiteren Veranstaltungen, die Absolvent*innen sowie Start-up-Gründer*innen den Zugang zu Beschäftigungs- und Geschäftsmöglichkeiten erleichtern, indem sie sie mit wichtigen Akteuren des digitalen Ökosystems zusammenbringen.
- Vernetzung und Zusammenarbeit: Das Netzwerk der ODC bringt Unternehmen, Universitäten und junge Talente zusammen, um Innovation und Kooperation in der gesamten Region zu fördern.
Die GIZ trägt zu diesen Maßnahmen bei durch die Koordination mit öffentlichen Partnern, die Identifizierung von Partneruniversitäten für den Aufbau von ODC in abgelegenen Regionen sowie die Gewinnung von Teilnehmenden. Die Initiative wird außerdem von der Sonderinitiative „Gute Beschäftigung für einen gerechten Wandel“ des BMZ unterstützt.
Durch die Orange Digital Centers befähigen wir junge Menschen in Afrika und im Nahen Osten, digitale und unternehmerische Kompetenzen zu entwickeln, die ihnen die Türen zu Beschäftigung und Innovation öffnen. Dieser Ansatz fördert nicht nur inklusives und nachhaltiges Wachstum in der Region, sondern stärkt auch die lokalen Wirtschaften durch besser qualifizierte Fachkräfte, die den Anforderungen der Unternehmen besser gerecht werden. Die Stärkung der lokalen Wirtschaft durch junge Menschen ist wichtig, um ein stabiles und nachhaltiges Geschäftsumfeld für die mit der Gruppe verbundenen Unternehmen zu schaffen.


Ergebnisse
Dank der Einrichtung der Orange Digital Centers wurden tausende junge Menschen in Afrika und im Nahen Osten in digitalen und unternehmerischen Kompetenzen ausgebildet. Dadurch verbesserten sich ihre Berufschancen und ihre Aussicht auf die Zukunft deutlich. Mit den erworbenen Kenntnissen konnten viele Absolventinnen und Absolventen ihr berufliches Profil stärken und neue Chancen auf dem Arbeitsmarkt nutzen – sei es durch eine Anstellung in Unternehmen oder durch die Gründung eigener Start-ups und Geschäfte.
Gleichzeitig erhält Orange Zugang zu einem großen Pool gut ausgebildeter Absolventinnen und Absolventen der ODC und kann so seine Wettbewerbsfähigkeit in Afrika und im Nahen Osten weiter stärken.
- Insgesamt 14 Orange Digital Centers entstanden in Hauptstädten sowie in abgelegenen Gebieten in Marokko, Ägypten, Tunesien, Jordanien, Senegal, Kamerun, Liberia, Madagaskar, Burkina Faso, Guinea, Mali, Sierra Leone, Côte d’Ivoire und Äthiopien.
- Rund 64.000 Menschen erhielten eine Weiterbildung in den Orange Digital Centers, davon waren über 41.000 Personen unter 25 Jahre alt und über 26.000 Frauen.

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develoPPP Classic richtet sich an Unternehmen, die nachhaltig in einem globalen Zukunftsmarkt investieren und ihre operative Tätigkeit vor Ort ausbauen wollen. Geeignete Projekte werden fachlich und finanziell mit bis zu zwei Millionen Euro öffentlicher Förderung unterstützt.
Veröffentlicht: Mai 2026
Projektbeteiligte


