Aktuelle Herausforderungen
- Fachliche Qualifizierungslücken
Ein Mangel an adäquat ausgebildeten Fachkräften bremst unternehmerischen Erfolg und wirtschaftliche Entwicklung gleichermaßen. Dabei geht es nicht nur um fachliche Kenntnisse, sondern beispielsweise auch um das Wissen um zertifizierungsrelevante Sicherheits- und Umweltnormen oder Softskills für die Arbeit in internationalen Kontexten. Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen in diesen Bereichen tragen zu lokaler Wettbewerbsfähigkeit bei und erhöhen die allgemeine Beschäftigungsfähigkeit von Menschen vor Ort. Viele develoPPP-Projekte setzen genau hier an: Durch passgenaue Qualifizierung und die Verankerung von aktuellem, praxisorientiertem Wissen in lokalen Berufsbildungsprozessen erlernen Arbeitskräfte in Entwicklungs- und Schwellenländern Kompetenzen für die Arbeit in globalen Wertschöpfungsketten und / oder die Arbeit im Ausland. - Bewerber:innen und Unternehmen kommen nicht effizient zusammen
Für erfolgreiche Bewerbungs- und Einstellungsverfahren in oder aus Entwicklungs- und Schwellenländern braucht es funktionierende Rekrutierungswege. In der Praxis gibt es hier häufig Verbesserungsbedarf: Es fehlt an geeigneten lokalen Netzwerken und Partnern wie beispielsweise international ausgerichteten Berufsschulen oder vertrauenswürdigen Vermittlungsagenturen. Arbeitsmärkte sind teilweise informell organisiert und damit intransparent. Das Matching von geeigneten Bewerber:innen und Unternehmen wird so erheblich erschwert. Auch an diesem Punkt können develoPPP-Vorhaben ansetzen, etwa indem sie über lokale Partnerschaften für Transparenz im Rekrutierungsprozess sorgen, faire Fachkräftemigration fördern oder innovative Finanzierungsmodelle pilotieren.
So nutzen Unternehmen develoPPP im Bereich Fachkräfte

ÄGYPTEN: Fachakademie schließt Qualifikationslücken im Energiesektor
Ägypten setzt verstärkt darauf, die Energieressourcen des Landes aktiv zu nutzen und Strom in die Nachbarländer der Region sowie nach Europa zu exportieren. Gleichzeitig fehlen qualifizierte Fachkräfte, um den steigenden Bedarf der Energiebranche zu decken. Die Siemens Energy AG und die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH begegneten dieser Herausforderung mit dem Aufbau der Deutsch-Ägyptischen Fachakademie (Egyptian German Technical Academy, EGTA). Dort wurden von 2017 bis 2024 mehr als 6.000 Fachkräfte in industriespezifischen Bereichen der Energietechnologie, industrieller Automatisierung und Schweißtechniken qualifiziert und gezielt auf die Anforderungen des Arbeitsmarkts vorbereitet.

RUANDA: Ausbildung für boomende Bauindustrie
In den letzten Jahren erlebte Ruanda einen Boom bei Bauprojekten. Jedoch stellt der erhebliche Fachkräftemangel eine Herausforderung für lokale Unternehmen dar. Das ruandische Bauunternehmen MASS.Build Ltd. und die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH begegneten diesem Problem mit einem praxisorientierten und staatlich zertifizierten Ausbildungsprogramm. Gemeinsam qualifizierten die Projektpartner knapp 600 Auszubildende – davon über 200 Frauen – in den Handwerken Maurerei, Tischlerei, Klempnerei und Schweißerei sowie in Arbeitsschutznormen.

NEPAL: Simulationsbasiertes Lernen in der medizinischen Ausbildung
Um die Mütter- und Säuglingssterblichkeit in Nepal zu senken, kooperierte die indische Tochtergesellschaft von Laerdal Medical mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH. Gemeinsam integrierten sie simulationsbasiertes Lernen in die Ausbildung von Hebammen und weiterem medizinischen Fachpersonal. Durch den Einsatz moderner Patientensimulatoren in der Ausbildung können Behandlungsfehler vermieden werden. Hieraus resultieren eine verbesserte Gesundheitsversorgung für Mütter und Säuglinge, der Zugang zu qualifiziertem Fachpersonal sowie neue Märkte für medizinische Produkte und Dienstleistungen.
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develoPPP Classic
develoPPP Classic richtet sich an Unternehmen, die nachhaltig in einem globalen Zukunftsmarkt investieren und ihre operative Tätigkeit vor Ort ausbauen wollen. Geeignete Projekte werden fachlich und finanziell mit bis zu zwei Millionen Euro öffentlicher Förderung unterstützt.
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