Die Ausgangssituation
Das Berliner Unternehmen africrops! importiert und vertreibt faire Pflegeprodukte und Lebensmittel auf Basis afrikanischer Pflanzen und Früchte. Mit dem Ziel, qualitativ hochwertige Produkte auf dem deutschen und dem Weltmarkt anzubieten, setzt sich africrops! dafür ein, Produktionsprozesse vor Ort zu optimieren. Seit 2013 bringt africrops! unternehmerische Prinzipien erfolgreich mit Entwicklungs-Know-how zusammen. Die Nachfrage von afrikanischen Partnern nach diesem Ansatz ist sehr hoch. Neben der sozialen und ökologischen Nachhaltigkeit ist die wirtschaftliche Nachhaltigkeit dabei besonders wichtig.
Der Baobab gibt Früchte, die voller Vitamin C, Mineralstoffe und Ballaststoffe sind. africrops! möchte dieses Potenzial nutzen – nicht nur für Afrika, sondern auch für gesundheitsbewusste Konsument*innen in Europa.
Die Herausforderung: Baobab-Bäume tragen erst nach rund 20 Jahren Früchte. So werden sie häufig gerodet, um Platz für Nutzflächen zu schaffen. Hinzu kommt, dass lange Dürreperioden und heftige Regenfälle den Alltag in Nordtansania erheblich erschweren – insbesondere für die vielen Bäuer*innen, die auf die Erträge ihrer eigenen Felder angewiesen sind. Viele Menschen hier benötigen dringend Arbeit. Einige Bewohner*innen der Dörfer sammelten bereits Baobab-Früchte, um sie für wenig Geld an einzelne Händler zu verkaufen. Was bisher fehlte, war tieferes Detailwissen über Ernteverfahren, Zugang zum Weltmarkt und ein Bewusstsein für Biodiversität.
Projektansatz
Zusammen traten africrops! und TAGEFA an, um eine faire und professionelle Wertschöpfungskette aufzubauen, die den Menschen vor Ort neue Perspektiven und Zukunftschancen eröffnet. Arbeitsverträge und Schulungen sollten den Fruchtsammler*innen ein festes Einkommen sichern und die Qualität der angelieferten Produkte verbessern.
Die Ernte von Baobab-Früchten erfordert spezielles Wissen und ist mit Aufwand verbunden: Reife Früchte enthalten noch zu viel Feuchtigkeit, wenn sie direkt vom Baum geerntet werden. Erntehelfer*innen müssen darauf achten, dass die Schale der Frucht unversehrt ist, damit diese vor Schimmel und anderen äußeren Einflüssen geschützt bleibt. Daher richtete sich der Schwerpunkt des Projekts insbesondere darauf, Fachwissen und praktische Fähigkeiten weiterzugeben. Die Ziele des Projektes: die Arbeits- und Einkommensverhältnisse vor Ort stärken, die Qualität und Quantität der bio-zertifizierten Baobab-Erzeugnisse erhöhen und gleichzeitig den Baumbestand schützen. Damit weniger Baobab gerodet wird, sollten die Menschen vor Ort lernen, aus Schalen der Frucht Pflanzenkohle herzustellen - als Alternative zur Holzkohle. Dies sollte ein zusätzliches Einkommen schaffen.
Um diese Ziele zu erreichen, wurden mit einem Projektbudget von rund 400.000 Euro folgende Aktivitäten gefördert:
- Schulungen in Business- und Qualitätsmanagement für lokale Unternehmen, Studierende und Auszubildende, durchgeführt von africrops! zusammen mit der Universität Dodoma und dem Unternehmerinnen-Zusammenschluss TAGEFA
- Schulungen und Einführung von Arbeitsverträgen für Fruchtsammler*innen
- Schaffung von Arbeitsplätzen zur Herstellung von Pflanzenkohle aus Baobab-Schalen
- Nationale Vermarktung von Baobab-Produkten und Pflanzenkohle
- Bio-Zertifizierung der Baobab-Naturkosmetik für bessere Vermarktung
Die DEG Impulse unterstützte africrops! bei der Durchführung der Schulungen und übernahm etwa die Hälfte des Projektbudgets.
Dank der Zusammenarbeit mit DEG Impulse konnten africrops! und TAGEFA Arbeitsverträge und damit sichere Einkommen für Fruchtsammler*innen in Nordtansania schaffen. Gleichzeitig können wir mit noch hochwertigeren Baobab-Produkten aus nachhaltiger Landwirtschaft eine stetig größer werdende bewusste Kundenzielgruppe bedienen.


Ergebnisse
Durch das Projekt konnte africrops! neue verbesserte Produkte herstellen und bietet das Bio-Baobab auch für andere Unternehmen an, die nun beispielsweise Baobab in Waffeln anbieten. Das Projekt hat wesentlich dazu beigetragen, dass Baobab in Bioqualität in Produkten verschiedener Unternehmen angeboten wird. Heute nutzt es Baobab-Früchte neben Moringa und Hibiskus als eine von drei Hauptzutaten, um neue Produkte zu entwickeln. Darüber hinaus ermöglichten africrops!, TAGEFA und die Universität Dodoma lokalen Unternehmen, Auszubildenden und Studierenden, nachhaltige Produktionsprozesse rund um die Baobab-Frucht kennenzulernen und die daraus entstehenden Produkte erfolgreich auf dem nationalen Markt zu platzieren. Insbesondere Prinzipien des Unternehmertums und der Geschäftsentwicklung wurden vermittelt.
Im Rahmen des Projekts lernten die Menschen in Nordtansania nämlich nicht nur, wie Baobab-Früchte fachgerecht geerntet werden, sondern auch, wie man ein eigenes Unternehmen gründet, Finanzen verwaltet und biologisch produziert. Dank fester Arbeitsverträge können die Fruchtsammler*innen ein höheres Einkommen erzielen und ihre Familien besser versorgen. Sie sind so in der Lage, mehr Lebensmittel und hochwertiges Saatgut zu kaufen, Schulgebühren zu zahlen und medizinische Versorgung sicherzustellen.
- Mehr als 750 Baobab-Fruchtsammler*innen wurden geschult.
- 25 neuen Mitarbeiter*innen werden bei TAGEFA zur Verarbeitung von Baobab-Schalen beschäftigt.
1.260 Studierende, 90 Auszubildende sowie 5 Ausbilder*innen profitierten von Vorlesungen

develoPPP Classic
develoPPP Classic richtet sich an Unternehmen, die nachhaltig in einem globalen Zukunftsmarkt investieren und ihre operative Tätigkeit vor Ort ausbauen wollen. Geeignete Projekte werden fachlich und finanziell mit bis zu zwei Millionen Euro öffentlicher Förderung unterstützt.
Projektbeteiligte


