Die Ausgangssituation
Viele Krankenhäuser auf dem afrikanischen Kontinent sind derzeit nicht in der Lage, Patientinnen mit Nierenerkrankungen angemessen zu versorgen; in einigen Ländern fehlen entsprechende Behandlungsmöglichkeiten sogar vollständig. Der zentrale Grund hierfür liegt vor allem in den hohen Kosten, die mit dem Aufbau und dem Betrieb von Dialyseangeboten verbunden sind. Dialysekliniken erfordern eine kostenintensive technische Infrastruktur, kontinuierliche Wartung sowie dauerhaft verfügbare Verbrauchsmaterialien.
Mit ihren Medizintechnikprodukten bietet die B. Braun Avitum AG erprobte und hochwertige Lösungen für die Dialyse an, auf die Millionen Menschen weltweit vertrauen. Auch aufstrebende Länder auf dem afrikanischen Kontinent stellen einen interessanten Markt für das deutsche Unternehmen dar. Doch der Markteintritt wird durch die oftmals geringe Erfahrung von Ärzt*innen, Pflegekräften und Techniker*innen mit modernen Dialysesystemen gehemmt. Denn die Geräte können nur dann erfolgreich eingesetzt werden, wenn ausreichend qualifiziertes Fachpersonal vorhanden ist, das die Maschinen sicher bedienen und warten kann. Die fehlende Versorgung hat erhebliche Auswirkungen auf die Lebensqualität der betroffenen Patient*innen. Eine verbesserte Ausbildung im Bereich moderner Dialyse ist daher sowohl im Interesse des Unternehmens als auch im Interesse der betroffenen Patient*innen.
Projektansatz
Um bestehende Wissenslücken zu schließen und den Weg für eine moderne Dialyseversorgung zu ebnen, entwickelte B. Braun mit Förderung der DEG Impulse Schulungen für Pfleger*innen und Techniker*innen zur Bedienung und Wartung der modernen Dialysegeräte von B. Braun. In speziellen Fortbildungsmodulen, die möglichst integriert oder ergänzend zu bestehenden Ausbildungs- und Studienprogrammen aufgesetzt wurden, lernten Pflegekräfte beispielsweise, Fehlermeldungen und Alarme zu überwachen sowie Parameter wie Körpertemperatur, Druck oder Blutflussrate korrekt einzustellen. Techniker*innen wurden unter anderem darin geschult, Pumpen und Sensoren auszutauschen oder Software-Updates durchzuführen. So können sie langfristig einen störungsfreien Betrieb sicherstellen und einem vorzeitigen Verschleiß der Geräte vorbeugen.
Mit einem Budget von 5,4 Mio. Euro führten die Projektpartner folgende Maßnahmen in Ägypten, Äthiopien, Benin, Côte d’Ivoire, Kamerun, Libyen, Sambia, Senegal, Sudan und auf den Seychellen durch:
- Entwicklung von Fortbildungsmodulen für Pfleger*innen und Technik*innen
- Aufbau und technische Ausstattung von Trainingsräumen
- Ausbildung und Zertifizierung von lokalen Trainer*innen und sogenannten Power-Trainer*innen bei lokalen Vertriebspartnern
- Qualifizierung von Techniker*innen bei lokalen Vertriebspartnern und Weiterbildung von Pflegepersonal
- Entwicklung und Implementierung einer E-Learning- und Online-Training-Plattform zur gezielten Unterstützung des Präsenztrainings
- Identifizierung von lokalen staatlichen Partnern zur Folgefinanzierung des Programms
Die DEG Impulse unterstützte das Projekt finanziell und beriet bei der Implementierung in den Ländern. Mit dem develoPPP-Vorhaben begleitet die DEG Impulse einen langjährigen DEG-Partner, der zuvor bereits eine Finanzierung für den Ausbau von Dialyse-Zentren in Angola über das ImpactConnect-Programm erhielt.
Um wirtschaftlich erfolgreich zu sein, sind zunächst Investitionen in den Aufbau der Infrastruktur und in qualifiziertes Personal notwendig. Besonders in Afrika eröffnet dieses Engagement den Menschen neue berufliche Chancen, stärkt die medizinische Versorgung und erhöht die Lebensqualität aller, die von der Dialysebehandlungen profitieren.


Ergebnisse
Durch das Projekt konnte B. Braun Barrieren für den Einstieg in den Dialysetechnikmarkt in zehn afrikanischen Ländern abbauen und eine Grundlage für die Dialysebehandlung in den Ländern schaffen. Um die Erfolge dauerhaft abzusichern, schloss B. Braun Kooperationsvereinbarungen mit Krankenhäusern, Bildungseinrichtungen und seinen lokalen Vertriebspartnern und knüpfte wichtige Kontakte in den Partnerländern.
An den Krankenhäusern und Bildungseinrichtungen lernen Ärzt*innen, Pfleger*innen sowie Techniker*innen nun alles Notwendige, um die medizinische Versorgung von Dialysepatient*innen langfristig sicherzustellen. Dank des neuen Fachpersonals können nun mehr Menschen mit Nierenschäden vor Ort eine angemessene Dialysebehandlung erhalten und es konnte ein Beitrag zu einer verringerten Sterblichkeit infolge von Nierenerkrankungen geleistet werden.
- 35 lokale Trainer*innen und 5 lokale Power-Trainer*innen wurden bei Vertriebspartnern qualifiziert und zertifiziert.
- 6.742 Fachkräfte, davon 5.317 im medizinischen Bereich und 1.425 Techniker*innen, können die Maschinen nun selbstständig bedienen und warten.
- 17.144 Patient*innen aus 10 afrikanischen Ländern haben Zugang zu (verbesserter) Dialysebehandlung.

develoPPP Classic
develoPPP Classic richtet sich an Unternehmen, die nachhaltig in einem globalen Zukunftsmarkt investieren und ihre operative Tätigkeit vor Ort ausbauen wollen. Geeignete Projekte werden fachlich und finanziell mit bis zu zwei Millionen Euro öffentlicher Förderung unterstützt.
Projektbeteiligte


