Zwei Kinder waschen sich die Hände im Freien mit einer Sanitäranlage

Philippinen / Indonesien / Kambodscha / Südafrika Benutzbare Sanitäranlagen und verbesserte Standards steigern Nachfrage nach Hygieneprodukten

Afrika südlich der Sahara
Ostasien
Chemie Konsumgüter Gesundheitsversorgung Gleichstellung
Classic
GIZ

Auf den Philippinen, in Indonesien, Kambodscha und Südafrika fehlt es vielerorts an benutzbaren Sanitäranlagen und an Möglichkeiten sich die Hände zu waschen. Die Folgen dieser mangelnden Hygiene sind besonders in Schulen eklatant: Viele Kinder leiden etwa an zum Teil schweren Durchfallerkrankungen. Hier setzten Unilever PLC und die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH an. Mit ihrem gemeinsamen develoPPP-Projekt erreichten sie, dass mehr Schulen über benutzbare, saubere und geschlechtergetrennte Toiletten verfügen. Zudem unterstützten sie Behörden und Schulen in den vier Ländern dabei, den Schulbetrieb widerstandsfähiger gegenüber Pandemien zu gestalten. Das verbesserte Bewusstsein für Hygiene in den Familien erhöht langfristig die Verwendung von Reinigungs- und Hygieneprodukten. Für Unilever ist eine steigende Nachfrage ein wichtiger Faktor für die Marktentwicklung in den Projektländern.

Laut dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, UNICEF, sterben täglich rund 1.800 Kinder weltweit an Durchfallerkrankungen. Die krankheitserregenden Keime werden hauptsächlich über die Hände übertragen. Das Waschen der Hände mit Wasser und Seife, etwa nach dem Toilettengang, vor dem Essen und nach dem Spielen im Freien, ist deshalb besonders wichtig. Es senkt das Risiko für Durchfallerkrankungen um bis zu 45 Prozent und für Lungenentzündungen um 23 Prozent. Bei der Verbesserung von Wasser-, Sanitär- und Hygienestandards (WASH) spielen Schulen eine zentrale Rolle: Kinder sollten Hygiene- und Reinigungspraktiken frühzeitig in ihre Alltagsroutinen aufnehmen. Mangelnde Hygiene beeinträchtigt nicht nur die Gesundheit und Entwicklung von Kindern, sondern auch deren schulische Leistungsfähigkeit und damit den nationalen Bildungserfolg.

Ein durch das Projekt erhöhtes Bewusstsein für Sauberkeit und Hygiene soll Unilever bei der Weiterentwicklung des Marktes für Hygiene- und Reinigungsprodukte dienen und langfristig die Umsatzchancen erhöhen. Maßnahmen zur Verbesserung von Gesundheit und Wohlbefinden sowie zur Förderung von Gleichberechtigung und Integration auf globaler Ebene sind Bestandteil der Unternehmensstrategie von Unilever.

Um ein gesundheitsstärkendes Hygieneverhalten in den Schulalltag auf den Philippinen, in Indonesien, Kambodscha und Südafrika zu integrieren und die sanitäre Situation in Schulen zu verbessern, setzten Unilever und die GIZ von 2019 bis 2023 mit einem Projektbudget von 3,83 Millionen Euro unter anderem folgende Aktivitäten um:

  • Entwicklung von Fortbildungsmaßnahmen für Schulbehörden und Schulpersonal zur Verbesserung des Betriebs, der Reinigung und der Wartung schulischer Sanitäranlagen
  • Erstellung von Reinigungsprotokollen, Checklisten, Standards und Bewertungskriterien für sanitäre Einrichtungen
  • Einführung des Clean School Toilet Award als Anreizmaßnahme für Schulbezirke
  • Entwicklung ganzheitlicher Hygienekonzepte im Kontext der Pandemievorsorge und -bekämpfung und Bereitstellung von Handwaschstationen
  • Etablierung einer Austauschplattform für Regierungen, Entwicklungspartner und Nichtregierungsorganisationen zu schulischer Sanitärversorgung und Hygiene (Global WASH in Schools Network)

Die GIZ brachte ihre umfangreiche internationale Erfahrung zu Wasser, sanitärer Versorgung und Hygiene (WASH) und zur Zusammenarbeit mit lokalen und politischen Partnern in das Projekt ein. Sie unterstützte unter anderem die nationalen Bildungsministerien dabei, Richtlinien und Trainingsmaterialien zu entwickeln und in öffentliche Lernmanagementsysteme zu integrieren. Unilever stellte Materialien für Schulen zur Verfügung, produzierte Videos über Hygiene und organisierte den Clean School Toilet Award. Die Projektpartner arbeiteten stets eng mit den Ministerien der Projektländer und mit internationalen Organisationen zusammen, um die Maßnahmen zielführend zu implementieren, landesweit zu skalieren und langfristig zu verankern.

Das Projekt wurde durch die Hygiene and Behaviour Change Coalition, eine Initiative des britischen Außenministeriums zusammen mit Unilever im Kontext der COVID-19 Pandemie, unterstützt, was die Aktivitäten und deren Wirkungsradius nochmal erweiterte.

Eine hinreichende Sanitärversorgung und Hygiene sind zentral für die Entwicklung im Globalen Süden und uns als Unternehmen ein wesentliches Anliegen. Für den Projekterfolg mitentscheidend waren die umfangreichen Erfahrungen der GIZ auf diesem Gebiet, ihre etablierten Netzwerke und ihr Zugang zu Ministerien und öffentlichen Institutionen.
Simran Gill, Global Senior Sustainability Manager Health & Wellbeing, Unilever
Kind wäscht sich draußen die Hände in den Philippinen
Schülerinnen und Schüler haben besseren Zugang zu Sanitäranlagen in philippinischen Schulen © Ivan Sarenas
Waschbecken mit Informationen auf den Philippinen
Waschbecken mit Hygieneinformationen auf den Philippinen © GIZ/Madeleine Schön

Die Sanitärversorgung und die Hygiene wurden an zahlreichen Schulen in den Projektländern verbessert. Zudem gelang es den Schulen, besser auf die Herausforderungen durch die COVID-19-Pandemie zu reagieren.

  • Der Anteil der Schulen auf den Philippinen, die über benutzbare und nach Geschlechtern getrennte Toiletten verfügen, stieg von 39 auf 74 Prozent.
  • Ein Schulbetriebsmodell während Pandemien und für schulische Präventionsmaßnahmen wurde an 220 Modellschulen umgesetzt.
  • Mehr als 114.000 Mitarbeiter*innen aus Behörden und Schulen nahmen an Fortbildungsmaßnahmen teil, die in die staatlichen Fortbildungsangebote der Bildungsministerien integriert wurden.
  • Informationen zur Pandemievorsorge und -bekämpfung an Schulen wurden über die Kommunikationskanäle der Bildungsministerien verbreitet und erreichten mehr als 25 Millionen Menschen.
  • Mehr als 100 Fachleute aus 26 afrikanischen Ländern nahmen am erstmalig in Afrika stattfindenden internationalen Lernaustausch zu WASH in Schools teil.

develoPPP Classic

develoPPP Classic richtet sich an Unternehmen, die nachhaltig in einem globalen Zukunftsmarkt investieren und ihre operative Tätigkeit vor Ort ausbauen wollen. Geeignete Projekte werden fachlich und finanziell mit bis zu zwei Millionen Euro öffentlicher Förderung unterstützt.

ENTWICKLUNGSERFOLGE

74% der Schulen auf den Philippinen verfügen über benutzbare und geschlechtergetrennte Toiletten 

Urkunde

Über 114.000 Personen wurden zum Betrieb von Sanitäranlagen und sicherem Umgang mit Pandemien an Schulen geschult

Kampagne zu COVID-19 an Schulen erreichte mehr als 25 Millionen Menschen 

UNTERNEHMERISCHE ERFOLGE

Verändertes Hygieneverhalten stärkt langfristig die Produktnachfrage 

Beitrag zu den Markenzielen Gesundheit, Wohlbefinden, Förderung der Gleichberechtigung 

Logo Unilever

Unilever

Unilever gehört zu den größten Konsumgüterkonzernen weltweit und ist in mehr als 190 Ländern tätig. Etwa 127.000 Menschen arbeiten für Unilever. Der Konzern macht mit seinen über 400 Marken jährlich etwa 60 Milliarden Euro Umsatz (2022). Davon werden knapp 60 Prozent in Entwicklungs- und Schwellenländern generiert.

Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH

Als deutsches Bundesunternehmen ist die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH seit mehr als 50 Jahren in der internationalen Zusammenarbeit für nachhaltige Entwicklung und Bildungsarbeit aktiv. Sie begleitet die Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung und entwickelt mit Unternehmen Strategien für nachhaltiges Wirtschaften.

Simran Gill
Simran Gill Global Senior Sustainability Manager Unilever
Elena Gros
Elena Gros Projektmanagerin develoPPP Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH