Mann sitzt auf Roller im Reisfeld (Thailand)

Indonesien / Thailand / Viet Nam Südostasien: Agrarunternehmen bringt nachhaltigen Reis vom Feld bis in den Supermarkt

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Nachhaltige Lieferketten

Reis ist in Viet Nam, Thailand und Indonesien ein zentrales Produkt für die Selbstversorgung und ein bedeutendes Exportgut für Viet Nam und Thailand. Um die international stark steigende Nachfrage für hochwertigen und fair produzierten Reis zu bedienen, müssen Anbau und Verarbeitung gleichzeitig effizienter und nachhaltiger werden. In ihrem gemeinsamen Projekt setzen sich das Lebensmittel- und Agrarunternehmen Olam International Ltd. und die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH dafür ein, die Wertschöpfungskette in der Region umwelt-, wirtschafts- und sozialverträglicher zu gestalten. Dabei verfolgen sie einen ganzheitlichen Ansatz, bei dem sie Kleinbäuerinnen und -bauern unterstützen und gleichzeitig langfristige Netzwerke mit Behörden, Forschungs- und Finanzinstitutionen aufbauen. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) fördert die Kooperation im Rahmen des Programms develoPPP.

Olam Agri ist einer der Weltmarktführer im Reishandel und möchte nachhaltig produzierten Reis nach internationalen Standards auf den europäischen Markt bringen. Dafür ist essenziell, dass Zuverlässigkeit der Lieferung sowie Qualität und Menge verbessert werden. Allerdings konnte das Unternehmen vor Projektbeginn nur einen kleinen Teil hochwertigen Reises von den Kleinbäuerinnen und -bauern beziehen, die diesen überwiegend anbauen. Für die Bauernfamilien reicht die Produktion kaum zum Leben und in hochwertiges Saatgut und Maschinen können die wenigsten investieren. Es fehlt ihnen zudem am nötigen Know-how, um nachhaltige und effiziente Verfahren anzuwenden. Damit Reis für die Produzentinnen und Produzenten zu einer tragfähigen Existenzgrundlage wird, brauchen sie Zugang zu Wissen, Beratung, Netzwerken, Dienstleistungen und Märkten. 

Die Partner nutzten das Budget von ca. 11 Mio. € von 2018 bis 2022, um eine marktorientierte und existenzsichernde Lieferkette für nachhaltigen Reis aufzubauen. Dabei setzten sie unter anderem folgende Maßnahmen um: 

  • Aufbau eines breiten Schulungsangebots für Farmer*innen, bei dem neben nachhaltigen Anbaupraktiken auch wirtschaftliche Kenntnisse vermittelt wurden. In Kooperation mit Agrar- und Umweltministerien sowie Banken wurde ihr Zugang zu Beratungs- und Finanzdienstleistungen erleichtert.   
  • Bewertung der Reiserzeugung durch die Qualitätsstandards der Sustainable Rice Platform e.V. (SRP). *
  • Aufbau eines überregionalen Netzwerks aus öffentlichen und privaten Akteuren, um die im Projekt etablierten Standards langfristig vor Ort verankern und skalieren zu können.  

Olam Agri steuert Expertise bezüglich internationaler Lieferketten, Reisverarbeitung und Datenerhebung bei, während die GIZ Erfahrungen und Netzwerke aus anderen Reisprojekten in der Region einbringt. 

 

* Die Sustainable Rice Platform e.V. (SRP) wurde im Jahr 2011 gemeinsam vom Internationalen Reisforschungsinstitut (IRRI), dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) und der GIZ ins Leben gerufen. Heute ist sie ein unabhängiger Verein mit eigenem Gütesiegel und über 100 Mitgliedern aus öffentlichem und privatem Sektor, sowie Forschungsinstitutionen und NGOs. ↗ https://sustainablerice.org/
Dank unseres Projekts mit der GIZ können wir Lebensmittelproduzenten und Einzelhändlern Zugang zu Reis verschaffen, der nachhaltig angebaut wurde. Er entspricht den höchsten internationalen Lebensmittelsicherheitsstandards und kann auf die florierenden Landwirte in Thailand zurückgeführt werden.
Paul Nicholson, Vice President Rice Research & Sustainability bei Olam Agri
Farmer winken auf Reisfeld (Thailand)
Kleinbauern aus Ubon Ratchatani, Thailand, auf dem Feld eines Landwirts, der mit der GIZ und Olam Agri zusammenarbeitet, um seinen Betrieb widerstandsfähiger und nachhaltiger zu machen. Foto: © Olam Agri Ltd.
Kleinbäuerin mit Reisschale steht vor Roll-up.
Kleinbäuerin präsentiert nachhaltig produzierten Reis aus ihrem Anbau. Foto: © GIZ/Saya Chuenudomsavad

35.000 Landwirt*innen wurden in umweltschonenden Anbaupraktiken und betriebswirtschaftlichen Themen geschult. Dadurch konnte die Treibhausgasemission in den thailändischen Pilotprovinzen um durchschnittlich 21% reduziert und ihr Einkommen um 20% erhöht werden. Der Aufbau langfristiger Geschäftsbeziehungen zwischen Erzeugern, Verarbeitern und Einzelhändlern stärkt die Zuverlässigkeit und Effizienz der südostasiatischen Reislieferketten. Gleichzeitig profitieren Abnehmer wie Olam Agri von höherer Reisqualität. Dank des Engagements der Projektpartner können sie ihren europäischen Kunden zertifizierten Reis in garantierten Mengen anbieten. 

Diese Erfolge bewegten das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) dazu, das Projekt mit 4 Mio. EUR aufzustocken. Dabei sollen bis 2027 mit Hilfe eines ganzheitlichen Ansatzes zur Verbesserung des gesamten Ökosystems in den beiden Zielprovinzen weitere 45.000 Landwirt*innen (50 % Frauen) adressiert, und 3 Tonnen CO2 eingespart werden.

ENTWICKLUNGSERFOLGE

gestapelte Münzen

 ≥ 20% mehr Einkommen für rund 35.000 Farmer*innen 

ca. 8.600 Reisproduzent*innen nach SRP-Standard zertifiziert 

Bäume

Im Schnitt 21% geringere Treibhausgasemission 

UNTERNEHMERISCHE ERFOLGE

Olam kann Reis nach internationalen Standards in garantierten Mengen liefern

 Hochwertiger und nachhaltig produzierter Reis kann in deutlich höheren Mengen bezogen werden

Frau arbeitet an einem Webstuhl

develoPPP Classic

develoPPP Classic richtet sich an mittelständische und große Unternehmen, die nachhaltig in einem Entwicklungs- oder Schwellenland investieren und ihre operative Tätigkeit vor Ort ausbauen wollen. Geeignete Projekte werden fachlich und finanziell mit bis zu zwei Millionen Euro öffentlicher Förderung unterstützt.

Logo Olam Agri

Olam Agri

Olam Agri ist ein Tochterunternehmen der Olam Group mit weltweit mehr als 9.600 Mitarbeiter*innen. Das Lebensmittel- und Agrarunternehmen beliefert wachstumsstarke Schwellenländer mit Lebensmitteln, Zutaten und Ballaststoffen - von weltbekannten Marken bis hin zu kleinen Familienbetrieben. 

Durch die Nutzung ihres multi-origination und multi-destination Netzwerkes spart Olam Agri Ressourcen und verringert die wachsenden Auswirkungen des Klimawandels. 

 

Logo GIZ

Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH

Als deutsches Bundesunternehmen ist die GIZ seit mehr als 50 Jahren in der internationalen Zusammenarbeit für nachhaltige Entwicklung und Bildungsarbeit aktiv. Sie begleitet die Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung und entwickelt mit Unternehmen Strategien für nachhaltiges Wirtschaften. 

Paul Nicholson Vice President Rice Research & Sustainability Olam Agri
Daniel May
Daniel May Projektmanager develoPPP Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH