Grußwort

Partnerschaften zwischen Wirtschaft und Staat schaffen nachhaltige Entwicklung. Das haben bereits mehr als 3.000 Kooperationen in über 70 Entwicklungsländern gezeigt, die im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) in den vergangenen 10 Jahren durchgeführt wurden. In der neuen Regierung werden wir diese Entwicklungspartnerschaften weiter ausbauen und noch stärker darauf ausrichten, möglichst viele Unternehmen ins Boot zu holen. Dabei stehen wir zu unserer Überzeugung, dass es niemals und nirgendwo eine nachhaltige Entwicklung ohne eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung gibt.
Die jüngste Wirtschafts- und Finanzkrise, aber auch die globalen Herausforderungen wie Klimawandel und Ressourcenschutz haben deutlich gemacht, wie wichtig gemeinsames Handeln ist. Wenn wir für die Menschen in den Entwicklungsländern etwas bewirken wollen, müssen wir Kräfte bündeln. Wir brauchen privates Kapital und das Know-how unserer Wirtschaft, um Arbeitsplätze und Einkommen in unseren Partnerländern zu schaffen, umwelt- und klimafreundliche Technologien einzuführen und Ausbildungsplätze bereitzustellen. Unternehmen schließen Lücken, wo der Staat nur bedingt initiativ sein kann und tragen ganz gezielt zur Lösung globaler Probleme bei: der Einsatz moderner, umweltfreundlicher Technologien ist aktiver Klimaschutz. Gemeinsames Handeln beinhaltet auch eine bessere Verzahnung von Außenwirtschaft und Entwicklungspolitik, so wie wir es im Koalitionsvertrag bereits festgeschrieben haben.
Wenn wir bei unseren entwicklungspolitischen Entscheidungen die Interessen der Wirtschaft angemessen berücksichtigen, dann handeln wir in der Überzeugung, dass auch unsere Partnerländer hieraus den größtmöglichen Nutzen ziehen und dass unternehmerische Verantwortung (CSR) gerade auch in der Entwicklungsarbeit jede Investition "wertvoller" machen kann.
Mit Entwicklungspartnerschaften akzentuieren wir die wirtschaftliche Zusammenarbeit und steigern die Wirksamkeit und Sichtbarkeit unserer Politik. Dabei ist es uns wichtig, unseren Grundprinzipien Geltung zu verschaffen und Werte wie Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit zu vermitteln. Zentrale Themen sind für uns deshalb gute Regierungsführung, Ausbau und Schutz des Privatsektors, die Förderung von Mikrofinanzsystemen und Ausbau der Infrastruktur. Einen ebenso hohen Stellenwert messen wir der Investition in die Schlüsselbranchen Bildung/Ausbildung, Gesundheit, ländliche Entwicklung, Klima-,Umwelt- und Ressourcenschutz bei. Und natürlich stehen wir weiter zu den deutschen Zusagen, die biologische Vielfalt zu bewahren und Klimawandel und Hunger zu bekämpfen. Dabei zählen wir mehr denn je auf die Fortsetzung und Intensivierung der konstruktiven Zusammenarbeit mit der deutschen Wirtschaft.
Hans-Jürgen Beerfeltz
Staatssekretär
